KI und Kreativität – 3 aktuelle Studien zum Potenzial generativer KI

von Jun 4, 2024KI Innovationen0 Kommentare

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Generative Künstliche Intelligenz (KI) hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht und zeigt vielversprechende Anwendungen in verschiedenen Bereichen. KI Kreativität ist aber noch ein Aspekt, der bis heute wenig Beachtung findet. Dabei ist das Potenzial von generativer KI für kreative Prozesse enorm. Neue Studien beleuchten die Fähigkeit dieser Technologie, kreative Prozesse zu unterstützen und zu erweitern. Hier sind einige Einblicke aus aktuellen Forschungen:

 

1. Automating Creativity – Eine Studie zu KI Kreativität von Ethan Mollick

 

In seinem Artikel „Automating Creativity“ diskutiert Ethan Mollick die potenziellen Auswirkungen generativer KI auf kreative Tätigkeiten. Mollick arbeitet als Professor für Entrepreneurship und unterrichtet Studierende darin, neue Ideen und Innovationen zu entwickeln und zu vermarkten. Mollick argumentiert, dass KI-Systeme wie GPT-4 und DALL-E bereits heute in der Lage sind, originelle und qualitativ hochwertige Inhalte zu erstellen. Ein besonderer Fokus seiner Studie liegt auf der Frage, wie KI menschliche Kreativität nicht nur ergänzen, sondern auch herausfordern kann.

In seinen Test mit ChatGPT-4 konnte er zeigen, dass eine recht einfache Promptstruktur schon ausreicht für interessante Ideen. Ein Few-Shot-Prompting bringt wenig Verbesserung, aber die Nutzung von Kreativitätstechniken in den Prompts oder der Einsatz von Beschränkungen kann das Ergebnis verbessern. Beschränkungen einführen für Kreativität bedeutet, dass man künstlich Einschränkungen einführt für die neuen Ideen. Man sucht Ideen, die beispielsweise: besonders nachhaltig sind, ein Superheldenthema haben, Menschen verbinden …. usw. Diese Einschränkungen sind eine Kreativitätstechnik, um neue und ungewohnte Ideen zu generieren, da man gewohnte Denkmuster verlässt. Diese Technik, funktioniert sehr gut, wie auch andere Kreativitätstechniken, beispielsweise 6 Hats oder die Disneymethode.

Bemerkenswert ist auch die schiere Geschwindigkeit von KI für kreative Prozesse. In einem Paper mit dem Titel Ideas are Dimes a Dozen können die Forscher zeigen, dass KI, vergleichbare Ergebnisse bei Kreativitätsübungen zeigt wie Studierende. Erstaunlich ist aber auch die große Geschwindigkeit. Während Studierende recht lange brauchen, um neue Ideen zu produzieren, ist es mit der KI möglich innerhalb ein paar Minuten hunderte neue Ideen zu generieren. 

Ein Punkt, der immer wieder diskutiert wird, ist die Frage, ob und wie KI tatsächlich kreativ sein kann. Ethan Mollick zeigt hier sehr klar, was das Potenzial von KI ist. Kreativität beruht häufig auf Rekombinationen oder Weiterentwicklung bestehender Ideen. Die Rekombination von Ideen und die Kombination von Ideen, die auf den ersten Blick nicht zusammengehören, ist aber genau die Stärke von KI. Und genau das braucht es für kreative Aufgaben, KI ist also durchaus in der Lage kreativ zu sein und kreative Aufgaben zu lösen.

We still don’t know how original AIs actually can be, and I often see people argue that LLMs cannot generate any new ideas. To me, it is increasingly clear that this is not true, at least in a practical, rather than philosophical, sense. In the real world, most new ideas do not come from the ether; they are based on combinations existing concepts, which is why innovation scholars have long pointed to the importance of recombination in generating ideas.
And LLMs are very good at this, acting as connection machines between unexpected concepts. They are trained by generating relationships between tokens that may seem unrelated to humans but represent some deeper connections. Add in the randomness that comes with AI output, and the result is, effectively, a powerful creative ability.

 

2. The Generative AI Revolution – Eine Studie von SSRN

Eine weitere aktuelle Studie: Anil R Doshi und Oliver Hauser Generative artificial intelligence enhances creativity but reduces the diversity of novel content kommt zu einem gemischten Ergebnis zu Kreativität und KI. Die Studie untersucht die Auswirkungen generativer künstlicher Intelligenz (GenAI) auf die Kreativität.

In einem Online-Experiment konnten Schriftsteller Ideen für eine Geschichte von einer GenAI-Plattform erhalten. Die Ergebnisse zeigen, dass der Zugang zu GenAI-Ideen die Kreativität der Schriftsteller steigert, wobei die Geschichten als spannender geschrieben sind – insbesondere bei weniger kreativen Autoren. Allerdings sind GenAI-ermöglichte Geschichten eher ähnlich zueinander als Geschichten, die ausschließlich von Menschen stammen. Diese Erkenntnisse sind interessant für Entscheider, die KI in kreativen Prozessen einsetzen möchten.

Es kann sein, dass KI für manche Prozesse weniger gut nutzbar ist. Künstliche Intelligenz ist – noch – keine Maschine, die auf Knopfdruck das perfekte Ergebnis produziert. Aber erstaunlich ist das Ergebnis, dass man auch weniger kreative Menschen mithilfe von KI in der Kreativität unterstützen kann.

Wenn es etwa darum geht besonders ausgefallene Ideen zu produzieren, könnte es nötig sein, die KI nochmals anders zu nutzen. Hier können auch Promptpattern helfen, mit denen KI noch stärker divergente Ideen produziert.

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3. AI and Creative Thinking – Neueste Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft

 

Eine letzte Studie (AI outshines Humans in creative thinking) geht das Thema nochmals aus einer anderen Warte an. In dieser Studie wurde die KI mit ungewöhnlichen Fragen konfrontiert und es wurde getestet, ob sie Standardtest zur Kreativität lösen konnte. Ein solcher Test ist der „Alternative Use Test“.

Beim Alternative-Use-Test müssen Probanden für einen Gegenstand unterschiedlichen Nutzen finden. Dieser Test gilt als ein Standardtest für Kreativität und misst die Fähigkeit, divergent zu denken.

In dieser Studie wurde die kreative Leistung von KI und menschlichen Probanden direkt verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass KI nicht nur in der Lage ist, innovative Lösungen zu entwickeln, sondern auch einzigartige kreative Ansätze bietet, die über menschliche Leistungen hinausgehen.

So war die KI, im Modell ChatGPT4 besser als die menschlichen Probanden. Die Ergebnisse wurden als origineller und kreativer angesehen als die Ergebnisse der menschlichen Teilnehmer. Dies zeigt deutlich das Potenzial von generativer KI für die Entwicklung einzigartiger und innovativer Ansätze. KI ist in manchen Fällen besser als Menschen und besteht auch klassische Aufgaben in der Ideenfindung.

 

Fazit

Auch wenn die Debatte über die Kreativität von KI anhält, zeigen aktuelle Studien, dass generative KI tatsächlich innovativ und kreativ sein kann. Die Fähigkeit zur Rekombination von Ideen und die Schaffung ungewöhnlicher Verbindungen zwischen Konzepten kennzeichnen das Potenzial von KI für kreative Prozesse. Trotzdem ist es wichtig zu beachten, dass KI möglicherweise nicht für jeden kreativen Prozess optimal geeignet ist und dass die Zusammenarbeit von Mensch und KI neue Möglichkeiten zur Förderung von Kreativität eröffnen kann.

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